Die Agenda für Baukultur
Juni 2026
Hans-Peter Bärtschi | Rebell und Bewahrer | Buchpräsentation+ Lesung

Das Sulzer-Areal sähe heute anders aus, hätte sich der Architekt und Industriehistoriker Hans-Peter Bärtschi (1950–2022) nicht jahrelang für dessen Erhaltung eingesetzt.
1989 wurde er als ausgewiesener Fachmann vom städtischen Bauamt mit der Inventarisierung des Areals beauftragt, um Schutzwürdigkeiten abzuklären. Das hinderte Sulzer nicht, ihre Tabularasa-Studie «Winti Nova» zu präsentieren, die nur vier von 96 Bauten als erhaltenswert einstufte. Bärtschis Empfehlungen gefährdeten die Pläne der Sulzer-Konzernleitung so sehr, dass sie zu unzimperlichen Methoden griff, um ihn kalt zu stellen: Sein tausend Seiten umfassendes Inventar wurde öffentlich verunglimpft und er selber mit einem Zutrittsverbot zum Areal belegt.
18 Jahre später wurde Bärtschi für sein hartnäckiges Engagement mit dem Kulturpreis der Stadt Winterthur ausgezeichnet und 2014 erhielt er für sein Lebenswerk den hochdotierten Preis der Zuger Landis&Gyr-Stiftung. Letzten Herbst erschien im Verlag «Hier und Jetzt» seine Biografie.
In einer kurzweiligen und informativen Präsentation lässt Autor Daniel Wehrli Bärtschis spannendes Leben und Wirken Revue passieren. Mariella De Matteis liest dazu passende Kostproben aus der Biografie.















