Die Agenda für Baukultur
April 2026
Er flog voraus – Karl Schwanzer | Architektenpoem | Einführung: Gerhard Matzig

Karl Schwanzer (1918-1975). Profession: Architekturrevoluzzer. Denn Baukunst war für den manischen Workaholic «materialisierte Poesie», weshalb er sich nie davor scheute, die ideologischen Gedankenmauern seiner Auftraggeber einzureissen. Max Gruber widmet ihm ein faszinierendes Dokumentarfilmporträt.
«Architektenpoem» ist der Titel eines neuen sehenswerten Kinofilms über den österreichischen Architekten Karl Schwanzer. Schauspieler Nicholas Ofczarek übernimmt hier die Rolle des Architekten. Max Gruber hat den Film im Auftrag von Martin Schwanzer, dem verstorbenen Sohn Karl Schwanzers und seiner Enkelin Caroline gestaltet. In vier Jahren und mit Unterbrechungen ist dabei ein dichter, vielstimmiger Architekturfilm und ein Film über künstlerisches Schaffen, kreative Leidenschaft und bedingungslose Hingabe an ein Werk entstanden.
«Qualität geht vor Verdienst.» Karl Schwanzers Leitgedanke als österreichischer Architekt, Designer und Gestalter von Weltruf war in der Zweiten Republik nach 1945 absolut singulär. Ebenso verbissen wie detailversessen manövrierte er jedes seiner über visionären 400 Bauprojekte über zahlreiche technische, ideologische wie finanzielle Hürden, ehe er sich 1975 – und auf der Höhe seines Ruhms – überraschend das Leben nahm.
Max Gruber, Österreich 2022, dt, 73′
Einführung durch Gerhard Matzig, Architekt und Journalist, München















