Die Agenda für Baukultur

August 2022

Backsteinstadt Zürich

Der Sichtbackstein-Boom zwischen 1883 und 1914
Park-Villa-Rieter
© Baugeschichtliches Archiv / Grünig Maurice K.

Das Bauen in Sichtbackstein erlebte im späten 19. Jahrhundert eine entscheidende Wiederbelebung. Als die industrielle Herstellung der Ziegel auf den Bauboom der Gründerzeit traf, konnte sich die zeitgenössisch als ‹Backstein-Rohbau› bezeichnete ziegelsichtige Fassadenausführung grossflächig durchsetzen. Die farbenfrohen, mit Backsteinen verblendeten Fassaden der Jahrhundertwende prägen noch heute unsere gebaute Umwelt und gehören im deutschsprachigen Raum zum Bild jeder grösseren Stadt.

Mit seinen rund eintausend historischen Sichtbackstein-Bauten ist Zürich die wohl am besten erhaltene ‹Backsteinstadt› dieser Epoche. Da Zürich von den Zerstörungen der Weltkriege weitgehend verschont blieb, zeugen ganze Quartiere von den gestalterischen und konstruktiven Strömungen des fin de siècle und machen die Stadt zu einem hervorragenden Fallbeispiel für die Entwicklung der Verblendtechnik.

Ausgehend von Archivrecherchen und einer Spurensuche am erhaltenen Baubestand wird der mit der Landesausstellung 1883 einsetzende Sichtbackstein-Boom in der Ausstellung in seinen zeitlichen, räumlichen und bautechnischen Dimensionen nachgezeichnet.

Datum

09.03.2022 - 30.07.2022

Organisation

Stadt Zürich, Amt für Städtebau
Institut für Denkmalpflege und Bauforschung der ETH Zürich

Ort

Haus zum Rech
Neumarkt 4, 8001 Zürich

Karte